Blue Moon – Blaudrucke zwischen Licht und Schatten

Die Ausstellung vom 12. Juni bis 20. September 2026 im Blauen Schloss
Zarte Pflanzenstrukturen versunken im tiefen Blau entfalten sich in dieser Serie von Blaudrucken, die sich im Spiel zwischen Licht und Schatten bewegen. Blätter, Blüten und Gräser hinterlassen im Sonnenlicht ihre Spuren und formen fragile Schattenbilder, die zu stillen Erinnerungen werden. Der seltene „Blue Moon“ bildet den poetischen Rahmen dieser Arbeiten – ein Symbol für besondere, unwiederholbare Momente. So entstehen Bilder, die zwischen Tag und Nacht schweben, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Naturform und Abstraktion. Auf der Burg Tannroda, wo Mauern und Innenhöfe selbst ein lebendiges Spiel aus Licht und Dunkelheit erzeugen, verbinden sich die Werke mit der Ruhe des Ortes und dem tiefen Blau der Cyanotypie.
Die Blaumacherin
Isabelle Ehle wuchs im Kloster Anrode auf, inmitten von Wäldern und weiten Wiesen – eine Umgebung, die für sie bis heute mit Freiheit, Ruhe und einer tiefen Verbundenheit zur Natur geprägt ist. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium arbeitete sie zehn Jahre in verschiedenen Museen und entdeckte dort verborgene Objekte, die ihre künstlerische Entwicklung prägten. Auch Reisen und die damit verbundenen Begegnungen erweiterten ihren Blick. Mit der Gründung von NatureArtbox widmete sie sich verstärkt der Cyanotypie und keramischen Arbeiten – zwei Medien, die aus elementaren Kräften wie Erde, Licht und Zeit entstehen und ihre leise, naturverbundene Bildsprache prägen.
Die Technik
Die Cyanotypie ist ein historisches fotografisches Verfahren, bei dem durch Sonnenlicht ein blaues Fotogramm entsteht. Pflanzen werden auf ein mit einer lichtempfindlichen Eisenlösung beschichtetes Papier gelegt und belichtet; die freien Bereiche färben sich blau und die bedeckten bleiben hell. So entsteht ein direktes, kamerafreies Abbild der Pflanze – allein durch Licht und Schatten.
Blauer Sommer auf der Burg Tannroda
Die Ausstellung lädt dazu ein, dem Rhythmus von Licht und Natur nachzuspüren und die stille Intensität der Blaudrucke im eigenen Tempo zu entdecken. Im Zusammenspiel von Pflanzenformen, tiefem Blau und den besonderen Räumen der Burg öffnet sich ein Moment der Verlangsamung, in dem feine Übergänge sichtbar werden und die Natur in ihrer stillen Präsenz neu erfahrbar wird.
Ein großer Dank geht an Thomas und Antje Bähr, unsere Familie und unseren Freunde: für die Unterstützung hinter den Kulissen, fürs Mitdenken, Mithelfen und Mitfreuen. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.
















